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Die lernende Organisation

16. Juli 2019   |  Email   Twitter   Facebook

Ein Unternehmen, das sich über Emergenz und Selbstorganisation schnell an entscheidende  Entwicklungen im Markt anpassen kann.

Agilität spielt heute in Unternehmen eine wichtige Rolle. Die ansteigende Komplexität und Veränderungsgeschwindigkeit in den Märkten verlangt nach einer hohen Reaktionsfähigkeit. Wer neue Chancen nicht sofort erkennt und nutzt, hat das nachsehen. Trotzdem ist Agilität nicht mehr als ein Mittel zum Zweck.

Ein Unternehmen bei dem einzelne Teams agile Methoden einsetzen ist noch lange kein "agiles Unternehmen". Ein Unternehmen zu agilisieren ist Mannschaftsport und keine Einzeldisziplin. Die "agile Transition" kann nur zusammen mit allen Mitarbeitern gelingen.

Unternehmen die in der heutigen Zeit erfolgreich sind, setzten auf Sinnstiftung, hohe Vernetzung, Partizipation und gute Interaktion zwischen den Menschen. Dazu verändern sich die Strukturen der Zusammenarbeit sowie die Rollen und Verantwortungsbereiche. Hierarchien werden reduziert und Führungsprinzipien verändert.

Führung muss auf Augenhöhe stattfinden um echte Zusammenarbeit zu ermöglichen. Entscheidungen werden nicht zwingend in der Führungsebene getroffen, sondern dort, wo sich das aktuellste Fachwissen befindet. Damit gute Entscheidungen auf unterschiedlichen Ebenen an unterschiedlichen Stellen in der Organisation getroffen werden können benötigen wir ein klares Zielbild. Ein Leitbild bestehend aus einer richtungsweisenden Vision, Mission, Unternehmenszweck, Werten und Prinzipien ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Ein agiles Unternehmen benötigt einen Nordstern, der bei schlechter Sicht und im Dunkeln den Weg zeigt. 

Es ist wichtig menschliche Potentiale und Fähigkeiten zu identifizieren und einzusetzen. Viele Unternehmen nutzen nur ein Bruchteil des vorhandenen Potentials, weil es keine Bestrebungen gibt, unentdeckte Potentiale aufzuspüren. In aufstrebenden Unternehmen setzt man auf intrinsische Motivatoren, die aus Purpose (Sinnverständnis), Mastery (Entwicklungsmöglichkeiten) und Autonomy (Selbstbestimmung) entstehen.

Ganz wichtig ist es die Organisation aus Sicht des Systemdenkens zu verstehen. Systeme bestehen aus Elementen, die sich in einem ganzheitlichen Zusammenhang befinden und deren Wirkung durch Wechselbeziehung bestimmt wird. 

„Die Performance des Ganzen ist nicht die Summe der Einzelteile sondern das Produkt ihrer Interaktionen“
– Russel L. Ackoff 1970

Aus einer intensiven Zusammenarbeit motivierter Menschen, mit unterschiedlichen Charakteren und Kompetenzen, entsteht eine Mannschaft, die die Summe der Einzelleistungen bei weitem übertrifft. Das Unternehmen der Zukunft hat zum Ziel ein komplexes adaptives System zu sein. Ein System, dass ein besonderes Anpassungsvermögen an die Umwelt zeigt und die Fähigkeit besitzt aus Erfahrung zu lernen (wird oft als "Business Agility" bezeichnet). Regeln, Prinzipien, Werte, Abläufe und Strukturen auf Basis von Emergenz und Selbstorganisation. Die 5 Disziplinen der "lernenden Organisation" nach Peter M. Senge sind Personal Mastery (Selbstführung und Persönlichkeitsentwicklung), Mental Models (Lernen über reflektiertes Handeln), Shared Visioning (Gemeinsame Vision), Team Learning (Lernende Teams) und Systems Thinking (Systemdenken).

Leider gibt es keinen Standard-Plan mit dem Weg zur lernenden Organisation. Ein anderes Unternehmen als Blaupause zu nehmen funktioniert nicht. Dafür ist der Sachverhalt zu komplex. Jedes Unternehmen ist verschieden und dessen Wirkungsbereiche zu individuell. Jedoch gibt es wichtige Fragen zu klären, deren Beantwortung den Weg zur lernenden Organisation erleichtern.


Tags: Agilität Lernende Organisation Systemdenken 


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